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Reisebericht Fotoreise April 2011
Ankunft in Ia - zuhause im Hotel Anemomilos
Und ich habe mal wieder Glück gehabt, denn heute hat Georgos, der Vater von Spyros "Arni sto Charti" gemacht. Das ist Lammfleisch, das mit frischem Gemüse und Gewürzen in Backpapier eingewickelt wird und im Ofen gebacken wird. Dazu ein leckeres, griechisches Mythos-Bier und der Santorin-Start ist gelungen... Ausflug zu Kapellen am Kokkino Vouno
Unterhalb der Kapelle, die ich aus der Ferne sah, liegt eine weitere Kapelle. Daneben geht ein wunderschöner, gepflasterter Weg nach oben. Die beiden Kapellen befinden sich auf einem deutlich sichtbaren, ehemaligen Lavastrom, der vor 80.000-150.000 Jahren vom Vulkan "Mavro Vouno" ("Schwarzer Berg") hinunter geflossen ist. Kirchen und Kapellen in Griechenland befinden sich oft an Stellen, wo schon in der vorgeschichtlichen und antiken Zeit Heiligtümer oder wichtige Stätten lagen. Meist werden antike Säulen wiederverwendet und irgendwo findet man eine mit weißem, gebrannten Kalk übertünchte Marmorsäule. Auch hier stehen solche Relikte vor der unteren Kapelle. Ein Grund, sich die Umgebung genauer anzusehen. Denn, auch, wenn Griechenland DAS Land der Archäologie ist - es gibt so viele Stellen, dass die Griechen sich nur um die berühmten Stätten kümmert. Man kann also selbst noch viel entdecken!
Antike Reste am Wegrand
Es bleibt nicht einfach ein "Loch"! Es ist der Eingang zu einer riesigen, unterirdischen Zisterne, die durch eine Mauer aus großen Lavablöcken gestützt wird. Schon allein die Größe dieser Zisterne beeindruckt. Wenn man dann noch sieht, dass sie bis 5-6 m Höhe durch ein sehr gutes Mauerwerk abgesichert wird, dann ist einem sehr schnell klar, dass das nicht in den letzten 300-500 Jahren erbaut sein kann. Es muss eine antike, wenn nicht sogar vorgeschichtliche, minoische Zisterne sein. Also kein Zufall, dass man hier gleich zwei Kapellen gebaut hat. Auf Santorin ist es immer wieder zu entdecken, dass Reste aus der minoischen Zeit (ca. 1630 v. Chr.) noch bis vor kurze Zeit von Bauern verwendet wurden. Weiter oben, auf dem Gipfel des "Mavro Vouno" entdecke ich mit meinen Wandergruppen oft antike und sogar minoische Scherben. Also ein deutliches Zeichen, dass dieser Gipfel schon früh besiedelt war. Der Weg führt an rotbraunen Lavablöcken vorbei und irgendwo bin ich mal wieder neugierig und muss in ein Loch schauen. Könnte ja sein, dass sich darin etwas verbirgt. Als Fotograf, Griechenlandkenner und Hobbygeologe ist Neugier immer das beste Werkzeug, um etwas Neues zu entdecken... Es bleibt nicht einfach ein "Loch"! Es ist der Eingang zu einer riesigen, unterirdischen Zisterne, die durch eine Mauer aus großen Lavablöcken gestützt wird. Schon allein die Größe dieser Zisterne beeindruckt. Wenn man dann noch sieht, dass sie bis 5-6 m Höhe durch ein sehr gutes Mauerwerk abgesichert wird, dann ist einem sehr schnell klar, dass das nicht in den letzten 300-500 Jahren erbaut sein kann. Es muss eine antike, wenn nicht sogar vorgeschichtliche, minoische Zisterne sein. Also kein Zufall, dass man hier gleich zwei Kapellen gebaut hat. Auf Santorin ist es immer wieder zu entdecken, dass Reste aus der minoischen Zeit (ca. 1630 v. Chr.) noch bis vor kurze Zeit von Bauern verwendet wurden. Als um ca. 1627 vor Christi Geburt der in der Mitte der Kaldera liegende Vulkan ausbrach, war die Insel schon dicht besiedelt. Die Minoer hatten mehrere Dörfer und Städte auf der damals mit Thirasia verbundenen Ringinsel. Bisher hat man nur in Akrotiri systematisch ausgegraben, aber es finden sich Reste und Scherben dieser ersten Hochkultur auf der ganzen Insel. Man muss nur etwas genauer auf den Boden schauen. Am Kap des Kouloumbos-Vulkans
In die Ascheschichten des Vorgängervulkans hat man in römischer Zeit Gräber gegraben, deren Eingänge man direkt an der Strasse besichtigen kann. In ihnen ist außer Spinnenweben und Staub nicht mehr viel zu sehen... Dafür blühen vor ihnen wunderschöne Kapernbüsche, die an den Seidenrosenbaum erinnern. Die Knospen, Blätter und Früchte der Kapern sammelt man auf Santorin im Mai. Sie werden in eine salzige Lösung eingelegt und können nach ca. einem Monat für Salate verwendet werden. Ein santoriner Bauernsalat ohne Kapern ist wie eine Suppe ohne Salz... Urlaub machen auch Maultiere :-)Bald fahre ich eine steile Strasse bergauf. Auf einer Wiese stehen mehrere Maultiere, die hier ihre Ferien genießen. Bald geht es auch für sie wieder los und sie müssen dann die Gäste von den Kreuzfahrtschiffen, die unterhalb von Thira anlegen, nach oben tragen. Aber jetzt im April leben sie im Schlaraffenland und fressen sich durch das Blütenmeer... Kraft sammeln für die Touristen...
Pavlos Kiosk Café - ein kleines kulinarisches Paradies
Inzwischen hat man den Wanderweg von Thira nach Ia sehr schön ausgebaut und so kommen (nicht nur meine) Wandergruppen regelmäßig zu Pavlos. Er ist quasi ein Geheimtipp für Wanderer. Inzwischen ist die Kalderawanderung von Thira nach Ia quasi ein "Muss". Am besten man startet in Thira, denn am Beginn muss man sich durch die Touristenmeile und an Neureichen-Hotels vorbei. Das "wahre Santorin" beginnt erst wieder, wenn man am kleinen Profitis Ilias angekommen ist. Und, wer spät genug loswandert, kommt vielleicht genau zu Sonnenuntergang oberhalb von Ia an und kann romantische Fotos mit der Zoodohos Pigis und Ia machen. Der "Sonnenuntergangspunkt", den gegen 19:00 Uhr alle Touristen in Ia anstreben ist dagegen überfüllt und alles andere als "romantisch". Die Krise in GR & Gründe
Auch die Halle über der weltberühmten Ausgrabungsstätte wurde zum Großteil mit EU-Mitteln finanziert. Ca. 15-17 Millionen Euro sollen es bis zum Einsturz des Daches gewesen sein. Offizielle Zahlen... So ähnlich läuft das überall in Griechenland. Durch solche Bauvorhaben, die ungeprüft von der EU gefördert und bezahlt wurden, hat sich in Griechenland eine Schicht neureicher Beamten (! irgendwer muss ja seine Unterschrift "verkaufen"), Politiker (! sie "erdenken" die Projekte), Bauingenieure (sie "planen" und "beaufsichtigen" die Projekte) und Bauunternehmer (sie "planen" und "führen" aus, wie man am meisten aus dem Projekt holt) gebildet. Eine nachträgliche Kontrolle (durch wen, wenn der Staat in die Korruption verwickelt ist?) findet nicht statt und ist auch nicht von einheimischen Spezialisten zu schaffen. Diese Neureichen findet man natürlich auch auf Santorin, denn diese Insel ist ja gerade beim ihnen beliebt. Gerne protzt man mit seinem Reichtum. Und sie haben auch die Preise auf Santorin beeinflusst. Es gibt Hotels in der Kaldera, in denen man mal locker 500-800 € die Nacht zahlt. Aber was sehen diese Leute schon von Santorin? Ist Reichtum nur eine Sache des Gelds? Was ist Luxus? Ist Luxus nicht auch, hier auf Santorin zu sein, die schönsten & ursprünglichsten Tavernen zu kennen, überall herzlich willkommen zu sein und an jeder Ecke wunderschöne Fotos machen zu können? Ich pfeife auf das "viele Geld" und genieße Griechenland und seine weiterhin liebenswerten Seiten! Nicht "DIE" Griechen haben das Land in diese ökonomische Krise geführt, sondern diese vorher beschriebene Clique Neureicher, die seit Jahrzehnten kreative Buchführung betreiben. Meine Freunde auf Santorin und anderen Inseln hatten Betrug nie nötig. Sie lieben nicht nur ihre Heimat, sondern auch die ausländischen Freunde, die gerne immer wieder zurück nach Santorin kommen. Ich suche meine Unterkünfte und Tavernen immer bewusst danach aus, ob sie von Einheimischen geführt werden. Ich will, dass sie etwas von mir und meinen Gästen haben und das zahlt sich aus. "Geiz ist geil" ist kein geeignetes Motto (nicht nur) in Griechenland, um nachhaltig und dauerhaft Erfolg zu haben. Vieles kann man nicht mit Geld bezahlen und das ist gut so!
Leckereien in Kapitän Dimitris Taverne
Am Nachmittag fahre ich nach Ia zurück, denn am Abend erwarte ich meinen Gast aus Wien, den ich vom Flughafen abholen möchte. Das gehört einfach dazu, wenn man so ganz individuelle Reisen organisiert. Diesmal etwas ganz Neues für mich: Eine Fotoreise! Nicht das, was man sich aus Fotoclubs vorstellt und, wo es vor allem um technische Daten, wie Kameratyp, Auflösung und Blendenwerte geht. Nein - es soll eine Fotoreise werden, bei der es um schöne, echte Motive geht. Santorin und seine Details können entdeckt werden. Zeit für spontane Ausflüge, je nach Licht und Laune. Ostern in IaUnser erster Tag ist zur Entdeckung der nächsten Umgebung von Ia geplant. Jetzt im April ist noch nicht so viel los und manche Souvenirläden sind noch zu. Der Marmorweg an der Kaldera ist ideal für uns, um die typischen Fotos vom schönsten Dorf der Insel zu machen. Langsam kristallisieren sich immer bessere Motive heraus. Gar nicht so einfach, denn Ia ist sicher das am meisten fotografierte Dorf Santorins. Fast jedes Haus und jede Gasse wurde schon Millionen Mal abgelichtet. Trotzdem ist es ein großer Spaß, die schönen Kykladenhäuser mit ihrer individuellen Farbgestaltung zu bestaunen. Dazwischen sind natürlich immer die typischen Kirchen und Kapellen mit ihren blauen Dächern zu sehen. Auf einer spielen Kinder auf dem Dach. Ein super Fotomotiv! Gerade Menschen geben solch einem Foto noch eine viel interessantere Atmosphäre. Gerade dieses Jahr haben wir ideale Fotobedingungen. Es ist sicher der kälteste April seit Jahrzehnten und so ist die Luft absolut klar. Nicht ganz so schön für den Abend, an dem wir eigentlich die Karfreitagsprozession beobachten wollten. Aber diesmal ist ein sehr frommer Papas (Dorfpfarrer) im Gottesdienst und er verspätet sich zu sehr. Eigentlich wollten wir sehen, wie später der Epitaph durchs Dorf getragen wird. Es ist ein reichlich verziertes Holzgestell, auf dem symbolisch eine Ikone mit Christus liegt. Doch es ist schon fast zehn Uhr abends und es wird uns langsam zu kalt vor der Dorfkirche. Innen ist dicke Luft. Jeder, der kann, hat sich in die Kirche gezwängt und zusammen mit dem Weihrauch ist das kaum zu ertragen. Da gehen wir doch lieber wieder ins warme Anemomilos zurück, bestellen uns einen Auberginen-Salat und einen roten Hauswein dazu... Beim Abendessen sehen wir auch unsere ersten Fotoergebnisse auf dem kleinen Laptop. Schön, dass man nicht mehr drauf warten muss, bis man einen Film entwickelt bekommt! So fängt der Genuss der Fotos schon auf der Reise an...AkrotiriAm nächsten Tag geht unsere Exkursion zum roten Strand in Akrotiri. Um diese Zeit liegen hier noch keine Strandliegen herum und wir können ein par schöne Fotos des rotbraunen Lavakegels machen, der vor vielen Jahrtausenden einen Lavasee beherbergte, der denen auf Hawaii ähnelte. Die schroffe Lava gibt reizvolle Motive für interessante Landschaftsfotos. Danach fahren wir zum Vlyhada-Strand mit seinen Canyons in Bimsfelsen. Unser Ziel ist der Gavriloshügel mit uralten Windmühlen. Es geht an den antiken Steingräbern von Ehendra vorbei und in Richtung Emporion. Bei den Windmühlen gibt es ein paar sehr schöne Kapellen und in Kombination mit der bunten Blumenwiese wird da ein richtig schön kitschiges Foto draus. Nicht immer muss man Fotografie bierernst nehmen. Im Vordergrund steht, dass man schöne Erinnerungen mit nach hause nimmt. Und, wenn man dann noch ein paar technische und gestalterische Tipps vom Profi bekommt, werden das nicht so langweilige Fotos, wie man sie leider von den Touristen sieht, die für zwei bis drei Stunden die Kreuzfahrtschiffe in Thira verlassen...Genug Windmühlen für heute. Abends wandern wir ein Stück bergauf, um einen tollen Sonnenuntergang über Ia fotografieren zu können. Die Aussicht ist klasse, aber wir leiden für ein paar "schnöde" Sonnenuntergangsbildchen. Es ist für griechische Verhältnisse winterlich kalt. Wir haben nicht mal Lust, die griechische Osternacht am Dorfplatz frierend zu ertragen. Normalerweise ist griechisch Ostern ein tolles Erlebnis. Doch dieses Jahr ist es zu kalt und es kommt keine so richtig österliche Stimmung auf.
Der Höchste Gipfel & das Dorf EmporionDas Ostern holen wir am nächsten Tag bei meinem Freund Matthios nach, der in Akrotiri ein kleines Hotel hat. Mit seiner Familie genießen wir das frisch gegrillte Osterlamm. Natürlich sind auch sehr fotogene Gäste dabei, die tolle Portraits ermöglichen. Jeder ist fröhlich gestimmt und es stört nicht, dass wir reichlich Fotos machen. Nach einem leckeren, griechischen Kaffee geht's zum höchsten Gipfel der Insel, wo es wunderschön blühende Mohnwiesen und Orchideen gibt. Später besuchen wir das Bergdorf Pyrgos mit seinen reizvollen Gassen, Kapellen und Burgatmosphäre. Von hier hat man auch einen tollen Überblick über ganz Santorin.Die meisten Touristen begnügen sich mit dem Besuch von Ia. Sie wissen gar nicht, dass es noch weitere, interessante Dörfer auf Santorin gibt. Bei unserer Fototour gibt es auch für mich Santorin-Kenner eine Neuentdeckung. Eigentlich fahre ich immer durch Emporion. Nie hat mich das Dorf richtig angezogen, weil der Dorfplatz nicht sonderlich viel verspricht. Eben neu-griechische Betonarchitektur, wie in vielen griechischen Städten. Diesmal mache ich einfach mal Halt. Wir spazieren durch eine kleine Gasse, die immer enger und verwinkelter wird. Fotomotive gibt es an jeder Ecke. Bald erreichen wir einen Innenhof mit einer orthodoxen Kirche und schönen, kleinen Häuschen, die quasi in eine Burgmauer gesetzt sind. Emborion war früher ein Ziel von Piraten. Fast alle Dörfer auf Santorin hatten deswegen eine burgähnliche Gestaltung. Am Hang von Emporion befindet sich sogar eine Art mittelalterlicher "Bunker", der fast wie eine Pyramide gestaltet ist. Aber die Festung von Emporio ist sicher das schönste Beispiel und auch hier liegen antike Reste herum, die davon mitteilen, dass hier sicher auch in der Antike eine Akropolis lag.
Unser Geheimtipp: Bootsfahrt mit SostisEiner der Höhepunkte jeder Santorin-Reise ist eine Bootsfahrt zu den Vulkaninseln in der Mitte der Kaldera. Man kann solche Touren in den Reisebüros buchen und wird dann mit 30-50 Personen von Ziel zu Ziel geschifft. Man kann aber auch mit mir und meinem Partner Tom eine ganz besondere Bootsfahrt machen. Wir haben durch Toms Geologie-Professor Walter Friedrich, der auch das empfehlenswerte Buch "Feuer im Meer" über Santorin geschrieben hat, den einzigen Vulkanbesitzer in Griechenland kennengelernt...Sein rotes Boot erscheint langsam am Horizont. Bald ist Sostis im kleinen Amouthi-Hafen und wirft mir das Seil zu. Schnell steigen wir ins Boot. Und fahren über das unruhige Meer. Ich suche meinen Lieblingsplatz an der Spitze des Boots auf. Von hier schaue ich auf das tiefblaue Meer, das unter mir durchrauscht. Bald kommen wir zur Nachbarinsel Thirasia und bewundern Lavafelsen, die an Rosenblätter erinnern. Im Hafen Korfos legen wir an. Unser Ziel ist das Dorf Manolas, das ganz oben am Rand der Kaldera liegt. Vorher ist ein sehr steiler Aufstieg nötig, den wir aber gut motiviert überstehen. Oben gibt es sehr schöne Häuser. Jedes ist ganz individuell und mit viel Farbe gestaltet. Ein paar Maultiere gehören zu den wenigen Bewohnern dieser einsamen Insel. Die meisten Bewohner sind nach Athen und ins Ausland abgewandert. Nur noch ein paar alte Leute besiedeln das Dorf. Bei der Kirche Agios Charalambos schauen wir uns mal den Dorffriedhof an und staunen über das Alter, das die Bewohner hier erreichten. 80, 90 und sogar 93 sind keine seltenen Jahre. Lässt auf ein sehr gesundes Leben auf Thirasia schließen... "Zum gesunden Leben gehört auch eine gesunde Ernährung..." sagen uns unsere Mägen und das Ziel liegt schon rot leuchtend am Quai. Gut, dass die Treppen nun schnell nach unten führen. Mit Sostis fahren wir nun zur Insel Palea Kameni. Dieser Vulkan war nach der minoischen Katastrophe 97 vor Christi Geburt als erstes wieder aus der Kaldera wuchs. Nach dem prähistorischen Ausbruch gab es in der Mitte der Kaldera für zwei Tausend Jahre nur das tiefblaue Meer. Erst dann entstand Sostis Heimatinsel. Bald kommen wir in die Bucht, in der sein Häuschen steht. Gleich begrüßt uns sein neuer Schäferhund und ein par Hühner flüchten, als wir die Stufen zur kleinen Thermalbucht hochsteigen. Dort hat Sostis, der auf Lebenszeit hier leben darf, ein Sonnendach gebaut. Hier gibt es ein leckeres Picknick. Ich habe schon vorher Tomaten und kretischen Zwieback organisiert. Dazu reicht uns Sostis seinen selbst gemachten Ziegenkäse. Er hat nämlich auch ca. 70 Bergziegen, die ihm frische Milch und ab und zu auch Fleisch geben. Der zahnbrechende kretische Zwieback muss vor dem Genuß mit Wasser übergossen werden. Dann kommt er in einen Teller, man schneidet Tomaten drüber, gießt Olivenöl drüber und garniert alles mit seinem Käse und santoriner Kapern. Dazu reicht Sostis leckeren Likörwein, der hier Vinsanto heißt. Neben uns blubbern vulkanische Gase in einer kleinen Bucht. Sie ist durch Eisenmineralien rot gefärbt und, wäre es etwas wärmer, hätten wir uns sicher ins Wasser gewagt. Die Thermalquellen sind schön warm, aber, wenn man wieder raus kommt, friert man schnell... Trotzdem hören wir plötzlich ein Schiffshorn und Platschen. Und da kommt auch schon eine Meute Touristen geschwommen, denen man von den "heißen Quellen" erzählt hat. Um hier in unsere Bucht zu kommen, muss man erst mal einige Meter im kalten Wasser schwimmen. Bald sind sie vor uns in der Bucht angekommen und schmieren sich mit den heilkräftigen Schlamm aus Pyrit und Schwefel ein. Für uns ein besonderes Theater... Wir genießen den Anblick und den leckeren Snack... Kaum sind 5 Minuten vergangen, ertönt ein schriller Pfiff und die Touristen müssen aufs Schiff zurück. Kaum Zeit, um die gerade mal 32 Grad warmen Quellen genießen zu können. Dieses Schauspiel wiederholt sich noch zwei Mal und dann ist endlich wieder Ruhe in der Bucht. Jetzt hören wir anstatt Touristenschreie wieder Sostis Bergziegen irgendwo oben in den Felsen über uns. Langsam springt eine Ziege nach der anderen halsbrecherisch über Felsen und Schutthalden in die Tiefe. Es ist Zeit zum Essen! Sostis hat einen Trog mit Korn gefüllt und Wasser aus der Zisterne in ein kleines Becken geschüttet. Alles, was vier Beine hat eilt herbei. Auch die Hühner verlassen für ein par Minuten ihre Eiablage... Eine gute Gelegenheit, einige ihrer Erzeugnisse einzusammeln... Langsam wird's Nachmittag und wir gehen zu Sostis Boot zurück. Über ein Meer mit einigermaßen "sportlichen" Wellen geht es zurück nach Amouthi. In der aktuellen Foto-Galerie können Sie noch mehr Fotos dieser Reise sehen! LINK | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||




















































