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Neues von Santorin:


Sonnenuntergang über der Vulkaninsel Nea Kameni (c) Tobias Schorr
Sonnenuntergang über der Vulkaninsel Nea Kameni (c) Tobias Schorr
Die Erinia-Bucht an der Vulkaninsel Nea Kameni (c) Tobias Schorr
Die Erinia-Bucht an der Vulkaninsel Nea Kameni (c) Tobias Schorr
Die Bucht mit den Thermalquellen auf Palea Kameni (c) Tom Pfeiffer
Die Bucht mit den Thermalquellen auf Palea Kameni (c) Tom Pfeiffer

Santorini Vulkan

Kaldera (KOMPLEXER Stratovulkan / Schichtvulkan) 329 m (on caldera rim) / 128 m (top of most recent lava shield, Nea Kameni)
Cyclades, Greece, 36.4°N / 25.4°E
Aktueller Status: unruhig (2 von 5)
Letztes Update: 29 Jan 2012 (seismic swarm 50 km SW on the end of volcano-tectonic SW-NE fault zone)
Typische Aktivität: Starke, explosive Tätigkeit durch sehr gashaltiges Magma im Untergrund (Magma-Mixing-Effekt). Eruptionen im Plinianischen Stil, die alle 10.000-30.000 Jahre stattfinden (zuletzt 1640 v.Chr.). Aufbau von Schildvulkanen und Vulkandomen (z.B. Nautilus-Dom auf Nea Kameni).
View of the caldera of Santorini from Fira town, with the young volcanic island of Nea Kameni in the background.Ausbrüche des Santorini: 1640 v.Chr. minoische Eruption , 197 v.Chr., 46/47 n.Chr., 726, 1570-1573, 1707-1711, 1866-1870, 1925-1928, 1939-1941, 1950
Santorini ist eine vulkanische Inselgruppe am zentralen südlichen Ende der Kykladen im Ägäischen Meer (Griechenland). Als ein beliebtes Reiseziel in Griechenland ist es bekannt für seine spektakuläre, mit dem Meer gefüllten, vulkanischen Caldera(Kessel). Fas jede Postkarte, die für Griechenland wirbt, zeigt die typischen Kirchen mit ihren blauen Kuppeln. Das Dorf Ia im Nordwesten der Hauptinsel Thera zählt zu den schönsten Dörfern des Mittelmeers. 1952 wurde die gesamten Dörfer der Insel durch ein schweres Erdbeben zerstört und erst langsam danach wieder aufgebaut. Hilfreich war in der Zeit um 1970 das Aufkeimen des Tourismus, der den Einwohnern der Inselgruppe Arbeit schuf. Vorher konnte man sich nur durch Landwirtschaft (Wein, Tomaten und Favabohnen) oder durch Auswanderung und Schifffahrt ernähren.

Auch, wenn der Tourismus an manchen Stellen sehr überhand genommen hat (z.B. durch Kreuzfahrtschiffe), so gibt es immer noch ursprüngliche Dörfer. Wer die wunderschönen Wanderrouten der Insel kennenlernt, wird ein ganz anderes Santorin erleben, als es auf den Hochglanzpostkarten zu sehen ist.

Gerade im Frühling kann man seltene Orchideen entdecken, Kräuter sammeln (z.B. Origano oder Thymian) und wunderschöne Blumenwiesen fotografieren. Wer sich abseits der Tourismuszentren Thira und Kamari bewegt, findet schöne Tavernen, in denen man frisch zubereitete, griechische Spezialitäten genießen kann. Die beste Reisezeit für Santorin ist März-Juni und Mitte September - Ende Oktober. Wer ganz mutig ist und gerne fotografiert, sollte Santorin auch im Winter besuchen.

Tom Pfeiffer und Tobias Schorr sind Kenner der Insel, sprechen beide Neugriechisch und bereisen Santorin seit etwa 1994. Seit etwa 1996 führen sie Gruppen zu den schönsten und interessantesten Orten der Insel. Natürlich haben sie auch Freundschaft mit einigen Santorinern geschlossen, die sie mit ihren Reisegruppen unterstützen. Einer ihrer Freunde lebt auf der Insel Palea Kameni, also nah am Vulkan... In kleinen Reisegruppen kann man mit Tom und Tobias Santorin auf ganz besondere Weise entdecken.

Beschreibung:

Der berühmteste, große Ausbruch auf Santorin ist als der "Minoische Ausbruch" bekannt. Es war einer der 10 größten (-bzw. vielleicht sogar der größte, wie neueste Forschungsergebnisse nahelegen-) Vulkanausbrüche der letzten 10000 Jahre auf der Erde. Wie durch neueste Datierungen durch eine dänische Wissenschaftlergruppe aus Kopenhagen sowie eigene Radiokarbondatierungen an der Universität Aarhus bekannt geworden ist, ereignete er sich um das Jahr 1645 v. Chr. (+- 27 Jahre).

Die Gesamtmenge an Magma, die bei dem Ausbruch gefördert wurde, betrug etwa 30 Milliarden Kubikmeter, d.h. 30 Kubikkilometer. Gefördert wurde v.a. sehr gasreiches (rhyodazitisches) Magma, das beim Austritt so stark aufschäumte, das fast die gesamte Menge davon als Bims und Asche mit dem dreifachen Volumen ausgeworfen wurde.

Ein großer Teil der feinen Asche wurde dabei in einer gigantischen Eruptionswolke in bis zu geschätzt 36 Kilometern in die Stratosphäre befördert. Der Ausbruch hat durch die Verschmutzung der Stratosphäre durch feinste Aschepartikel und Gase zu globalen Klimaschwankungen geführt. So wurde z.B. auch in Mitteleuropa die Kultur der Bronzezeit in Mitleidenschaft gezogen. Die Zerstörung des Diskus von Nebra ist wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass die Bewohner durch eine Kälte- und Hungerperiode von ihrem Glauben abkamen und das göttliche Symbol der Sonnenscheibe beschädigten und für immer berguben.

Auch in der Region des heutigen Griechenlands muss es zu radikalen kulturellen und religiösen Änderungen gekommen sein. Durch den Ausbruch litt auch das Minoische Reich udn sein Mittelpunkt, die Insel Kreta. Durch Tsunamis und Kälteeinbrüche muss es Hungersnöte und soziale Unruhen gegeben haben. Diese Schwäche nutzten die konkurrierenden Mykener vom Festland Peloponnes und überfielen unter dem mythischen Helden Theseus das Reich des Minotaurus. Gegen 1500 v. Chr. war dann die Zeit der Minoer zu Ende.

Asche und Bimsstein vom Minoischen Ausbruch findet sich noch heute im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Sogar im Inlandeis von Grönland ist Asche von Santorin nachzuweisen. Auf Santorin selbt dagegen bedeckt der weiße Bimstein große Teile der Inselgruppe immer noch mit einer stellenweise bis zu bis zu 50 m mächtige Schicht.

Nach der Minoischen Eruption ging vulkanische Aktivität mit geringerer Intensität weiter. Innerhalb der Caldera entstanden so die beiden jungen Vulkinseln Palea und Nea Kameni, die vom Grund des einst ca. 500 m tiefen Beckens emporwuchsen. Der vorläufig letzte, kleinere Ausbruch fand 1950 statt.

Die Aktivität von Santorins Vulkan in geschichtlicher Zeit ist im Großen und Ganzen lückenlos seit der Antike durch Aufzeichnungen und Beobachtungen festgehalten. Damit zählt Santorin zu den am besten dokumentierten aktiven Vulkanen der Welt.

Der antike Historiker Strabo ist einer der ersten Zeugen, die über das Auftauchen einer neuen Insel in der damals noch "leeren" Kaldera berichtet, im Jahre 197 v. Chr. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die heutige Palea Kameni Insel. Es folgten mindestens 9 weitere Ausbruchsphasen: 46/47 v. Chr., 726 n. Chr., 1570-1573, 1707-1711, 1866-1870, 1925-1928, 1938-1941 und zuletzt 1950. Auf den so entstandenen und langsam gewachsenen Inseln Palea und Nea Kameni kann man heute noch die einzelnen Eruptionsphasen anhand von Farbe, Vegetation und Lagerung der einzelnen Lavaströme unterscheiden. Ein Vulkan Santorins, der sich dem Beobachter nicht so leicht erschließt, ist der Kolumbus-Vulkan, der unter dem Meeresspiegel vor dem nordöstlichen Bereich der Inselgruppe Thera in ca. 140 m Tiefe aktiv ist. Zur Zeit gibt es dort Austritte von überhitztem Thermalwasser (in der Art der "black smokers"). Sein letzter Ausbruch fand ca. 1600 n. Chr. statt. Auch er gilt als potentiell gefährlicher Vulkan.

Weitere Informationen / Links:

Santorini Decade Volcano / www.decadevolcano.net/santorini/santorini.htm
Tom's private website about Santorini, Etna and other volcanoes. Contains a huge archive of volcano photos, information and other stuff.