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Reisebericht Winterreise Saronischer Golf 2006
Tag 1 27. Dezember Nachdem die Gäste vom Flughafen Athen per Taxi zum Hotel Magna Greca gebracht waren, ging ich noch mit Margaret Sommer und ihrer Tochter Liz durch die fast menschenleere Plaka, um noch etwas zum Essen zu organisieren. Bei einer netten Armenierin genossen wir eine süße, armenische Spezialität. Ist schon ein Unterschied zum Sommer, wo sich auch spät abends Menschenmassen durch die Athener Altstadt schleppen. Im Dezember ist ab 22:00 nicht mehr viel los... Rundgang durch Athen
Tag 2 28. Dezember Unser Rundgang führte von der Metropoliskirche durch die Plaka-Altstadt, am römischen Marktplatz vorbei und zur Akropolis. Dort besichtigten wir natürlich den Athena-Parthenon-Tempel, das Erechtion und machten einen Gang durch das viel zu kleine, archäologische Museum. Auf dem Rückweg besichtigten wir noch in den Propyläen eine Säule, die durch ein Erdbeben verrutscht wurde. Nach einem Kaffee im Dioskouron-Café ging es in das moderne Athener Leben. Und der Fisch- und Fleischmarkt in der Odos Athinas ist immer sehenswert. In der urigen Taverne "Monastirion" genossen wir Lamm und Gemüse. Und für Unterhaltung sorgte gegenüber ein Metzger, der von einer Steuerprüfung "überfallen" wurde. Für uns interessant, aber für ihn sichtbar wenig erfreulich. Da aber bei 80% aller Läden, in denen wir einkauften, immer die Kasse offenstand, ist eine Kontrolle des Finanzamtes verständlich... Schiffahrt nach Poros
Tag 3 29. Dezember Mit zwei Taxis fuhren wir zum Hafen Piräus, wo gegen 13:00 ein schnelles Tragflügelboot nach Poros abfuhr. Nach einer Stunde waren wir in Poros und konnten gleich in unser Hotel 7 Brothers einquartiert werden. Bei einem Spaziergang durch die reizvollen Gassen von Poros konnten sich Margaret, Liz, Kathy und Hannah an den reizvollen Aufenthaltsort gewöhnen. Und in unserer Stammkneipe "Rota" gab es zur Einstimmung die ersten leckeren Spezialitäten... Natürlich waren ein paar freilaufende Hunde und Katzen gleich die ersten Freunde unserer jüngsten TeilnehmerInnen Liz und Hannah... Schiffausflug zur Insel Hydra
Tag 4 30 Dezember Die Insel Hydra ist von Poros aus gut mit dem Schnellschiff "Flying Cat 1" in ca. 40 Minuten zu erreichen. Eigentlich hatte ich für den Tag eine Tour zur Insel Ägina geplant. Doch dieses Jahr waren die Verbindungen dorthin so ungünstig, daß wir gerade mal 1 Stunde Zeit gehabt hätten. Also war Hydra die beste Wahl. Und Hydra ist im Winter besonders reizvoll. Fast keine Touristen sind da und viele Läden sind zu. Man kann die Insel richtig genießen. Wir schlenderten durch die reizvollen, autofreien Gassen. Und ein paar Katzen (auf Hydra gibt es mehr Katzen, als Bewohner!) wurden unser erstes Fotomotiv. Bald ging es an der Küste durch ein paar wunderschöne Küstenorte. Liz und Hannah fotografierten eifrig Katzen. Und an einem Berghang fanden wir die ersten, violetten Kranzanemonen unserer Tour. Am kleinen Hafen Molos besichtigten wir uralte, metamorphe Vulkangesteine (ca. 200 Millionen Jahre alt und chemisch verändert). Sogar eine Stelle mit fossiler Pilowlava konnte fotografiert werden. Die größte Entdeckung machte aber Liz: Eine Gottesanbeterin (Mantis)! Und das im Dezember und, obwohl es an dem Tag nicht so richtig warm war. Daß dann sogar eine Frau den Mut hatte, ins kalte Meer zu springen, erstaunte uns alle... Tour zum Grab des Theseus und zur antiken Stadt Troizen
Tag 5 31. Dezember In Galatas, dem gegenüber liegenden Festland, organisierte ich einen geräumigen Mietwagen und wir fuhren zum Hügel Maghoula, der etwa 2 km außerhalb liegt. Dort wurde eine Reihe mykenischer Kuppelgräber aus der Zeit um ca. 1400-1600 v.Chr. entdeckt und in einem vermutet man sogar das Grab des mythischen Helden Theseus, der den Minotaurus auf Kreta besiegt haben soll. Für Hannah und Liz Geschichtsunterricht, wie sie ihn in den USA selten bekommen werden. Hier in Europa geht die Geschichte halt ein paar Jahrtausende weiter zurück... Nach so viel Geschichte fuhren wir dann in das Dorf Damalas, wo sich die antiken Reste der Stadt Troizen befinden. Die Ausgrabungen waren von einem Blütenmeer bedeckt. Dabei waren die Kranzanemonen natürlich unser erstes Fotomotiv. Im Heiligtum des Asklepios (Aeskulap) besichtigten wir die Reste eines antiken Krankenhauses. Sogar die Befestigungen für Betten und Feuerstellen sind noch zu erkennen. Etwas weiter davon liegt die Ruine der Episkopi-Kirche. Dort kann man verschiedene Gesteine bewundern, aus denen die Kirche zusammengestellt wurde. Vulkangesteine aus der Region wechseln mit fossilreichen Blöcken ab. Und natürlich wurden für das Gebäude auch antike Reste recycled. Aber die aufrecht stehenden Säulen des Aphrodite-Tempels sind noch gut zu erkennen... Später wanderten wir an einem antiken Wachturm vorbei in die wunderschöne "Teufelschlucht" mit ihren gewaltigen Felsen und knorrigen Platanen... Gegen Abend versuchten wir die Zeit bis zum Jahreswechsel totzuschlagen, da die meisten Läden bis Mitternacht dicht machten. Beim Jahreswechsel war dann plötzlich wieder etwas los und die Mädchen konnten beobachten, wie man in Griechenland Neujahr feiert. In einer gemütlichen Creperie harrten wir bei süßen Kurvenpflegern bis in die Morgenstunden aus... Exkursion zum historischen Vulkan auf Methana
Tag 6 1. Januar 2007 Meine ehmalige "Wahlheimat" Methana zu besuchen ist immer etwas besonderes. Und so fuhren wir zum Dorf Kameni Hora. Dort kann man zum Zentrum des etwa 230 v.Chr. ausgebrochenen Vulkans hinaufsteigen kann. Margaret, Liz, Kathy und Hannah hatten keine Probleme, den teilweise etwas steilen Weg zum Vulkan zu überwinden. Oben trafen wir auf eine albanische Familie, deren Töchter wie Wildziegen geschickt über die Lavablöcke kletterten. Oben an einer thermischen Zerrkluft trafen wir noch auf Griechen, deren Hund sich in einer Spalte vor uns zu verstecken versuchte, aber von meiner Kamera entdeckt wurde ;-) Die Szenerie in diesem Vulkan ist etwas besonderes... Aus den steilen Felsen wachsen knorrige Kiefern. Überall wächst etwas. Alles andere, als eine lebensfeindliche Wüste. Und das nach weniger als 2500 Jahren... Dieser Vulkan zählt sicher zu den schönsten! Nach dem Abstieg ließen wir uns in der Taverne von Theodoros und seiner dänischen Frau Dorte nieder und genossen frisch gegrillte Lammrippen, leckeren Salat und guten Hauswein. Der Ort ist ein Geheimtipp und Theodoros wiedersteht dem "Modernisierungswahn" der Gemeinde Methana. Er baut auf wirklich schöne, traditionelle Architektur und reine, hier produzierte Spezialitäten. Nachdem die Sonne von der reizvollen Terrasse verschwandt, machten auch wir uns auf den Heimweg nach Poros... Epidaurus und die Dolinen von Didyma
Tag 7 2. Januar
Die Fahrt zum antiken Theater von Epidaurus ist zwar etwas anstrengend, lohnt sich aber wegen den tollen Aussichten. Die Route geht über den Pass bei Ano Fanari und führt über viele Kurven irgendwann nach Trachia. Dort mache ich immer Halt. Es gibt ein paar Läden, in denen man frisches Schafsjogurth und Käse aus der Region bekommt. Eine gute Stärkung für die Besichtigungen... Bald wird das antike Epidaurus erreicht, wo sich im Winter zum Glück nur wenige Touristen tummeln. Gerade mal ein Bus ist da. Neben einer Erklärungstafel am Eingang entdecke ich einen interessanten Felsblock mit versteinerten Ammoniten aus der Triaszeit (ca. 190 Millionen Jahre her!). Die Geologie ist immer unser Begleiter... Im Theater machen wir den üblichen Akoustik-Test mit einem fallenden Geldstück, das bis in die oberen Reihen zu hören ist. Danach gehts durch das kleine Museum und dann zum Asklepios-Tempel und zu einem Quellhaus. Den Rückweg mache ich diesmal anders, denn Margaret war schon letzten Winter mit dabei. Und so wähle ich die Route über Ermioni. Bald erreichen wir eine kleine Ebene bei Didyma und schon von weitem erkennt man am Berghang eine riesige, eingestürzte Höhle (sogenannte Doline). Durch die Felder fahren wir zur ersten Doline, die einen Tunnel zu einer Kapelle hat. Im Inneren des Einsturztales besichtigen wir die Kapelle des St. Georg und eine weitere gegenüber. Endlich kann ich den Gästen auch mal zeigen, wie die leckeren Kapern wachsen, die sie am Tag zuvor bei Theodoros im Salat genossen... Auf einer kurvigen und für ungeübte Fahrer nicht zu empfehlenden Strasse kommen wir zu den ehemaligen Salzseen bei Thermisia, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen... Im Dunkeln kommen wir nach Galatas zurück und setzen mit einem Taxiboot nach Poros über... Methana Rund-Tour
Tag 8 3 Januar Methanas Berggebiet hat viel zu bieten. Und so ist die zentrale Vulkankaldera Stavrolongos unser Ziel. Dort an der Kapelle Agios Athanasios parken wir und wandern auf dem Fahrweg erst mal bergauf. Bald ist die Aussicht auf die Nordrandvulkane von Methana erreicht. Man sieht etwa 6-7 Vulkandome, die alle auf einer Störung liegen. Wir steigen auf eine Hochebene und besichtigen einige vorgeschichtliche Reste eines Heiligtums, bevor wir über den grün markierten Wanderweg wieder zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren. Weiter gehts an der Nordostküste Methanas. An Kounoupitsa vorbei kommen wir bald zur Siedlung Agios Nikolaos. Kurz davor besichtigen wir eine Stelle, an der hydrothermal veränderte Vulkangesteine zu sehen sind. Vor Jahrtausenden ist hier eine Magmakammer auf den Grundwasserhorizont gestoßen und bei einer riesigen Dampfexplosion wurde jegliches Gestein zertrümmert und durch heiße Lösungen chemisch verändert. Ein Rest dieser immer noch aktiven Zone ist das kleine Pausaniasbad am Südende der Siedlung. Leider hat man die Pumpe für den Winter abgeschraubt und so kann ich nur lauwarmes Wasser der Therme fühlbar machen... Allmählich werden alle hungrig und was wäre besser, als wieder bei Theodoros & Dorte zu essen? Ein kurzer Anruf und alles ist organisiert... Am romatischen Kamin wärmen wir uns und genießen leckere Sachen vom Grill und knackige Salate... Auf der Rückfahrt machen wir Halt an der Festung des antiken Methans bei Dorf Vathy. Das Paliokastro muß schon der antike Schriftsteller Pausanias gesehen haben, der auch den Marktplatz der Stadt beschrieb. Die Mauern der Akropolis stammen sicher aus der Zeit vor dem Peloponnesischen Krieg und haben wohl auch Vorgänger in der Mykenischen Zeit gehabt. Bei geheimnisvollen Licht gelingen uns tolle Fotos der antiken Festung. Letzter Tag auf Poros
Tag 9 4. Januar Nach einem letzten, leckeren Essen in unserer Lieblingstaverne "Rota" und Shopping besteigen wir die letzte Fähre nach Piräus. So haben wir am Abend noch ein bißchen Zeit für lezte Einkäufe in Athen. Die Taxis bringen alle zum Hotel im Zentrum. Später gehts durch die Plaka und dann zur besten Eisdiele Griechenlands im modernisierten Stadteil Psiri. Pagoto-Mania bietet super leckeres Eis, das nicht cremiger sein könnte... Ein super Abschluß für eine unvergeßlich schöne Winterreise! Abreise von Athen
Tag 10 5 Januar Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man als Reiseleiter sich nicht gerne von einer Gruppe trennen möchte. So fiel diesmal der Abschied sehr schwer :-( Ich und die Gäste werden diese Reise in den Saronischen Golf sicher so schnell nicht vergessen. Hoffentlich werden wir uns mal in der Heimat von Margaret, Liz, Kathy und Hannah oder in Europa wiedersehen. Viele Grüße Tobias Schorr |











