Neues von Santorin:
Der Minoische AusbruchDie Gesamtmenge an Magma, die bei dem Ausbruch gefördert wurde, betrug etwa 30 Milliarden Kubikmeter, d.h. 30 Kubikkilometer. Gefördert wurde v.a. sehr gasreiches (rhyodazitisches) Magma, das beim Austritt so stark aufschäumte, das fast die gesamte Menge davon als Bims und Asche mit dem dreifachen Volumen ausgeworfen wurde. Ein großer Teil der feinen Asche wurde dabei in einer gigantischen Eruptionswolke in bis zu geschätzt 36 Kilometern in die Stratosphäre befördert. Wahrscheinlich hat der Ausbruch durch die Verschmutzung der Stratosphäre durch feinste Aschepartikel und Gase zu globalen Klimaschwankungen geführt. Asche und Bimsstein vom Minoischen Ausbruch findet sich noch heute im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Sogar im Inlandeis von Grönland ist Asche von Santorin nachzuweisen. Auf Santorin selbt dagegen bedeckt der weiße Bimstein große Teile der Inselgruppe immer noch mit einer stellenweise bis zu bis zu 50 m mächtige Schicht. Santorins historische VulkantätigkeitNach der Minoischen Eruption ging vulkanische Aktivität mit geringerer Intensität weiter. Innerhalb der Caldera entstanden so die beiden jungen Vulkinseln Palea und Nea Kameni, die vom Grund des einst ca. 500 m tiefen Beckens emporwuchsen. Der vorläufig letzte, kleinere Ausbruch fand 1950 statt. Die Aktivität von Santorins Vulkan in geschichtlicher Zeit ist im Großen und Ganzen lückenlos seit der Antike durch Aufzeichnungen und Beobachtungen festgehalten. Damit zählt Santorin zu den am besten dokumentierten aktiven Vulkanen der Welt. Der antike Historiker Strabo ist einer der ersten Zeugen, die über das Auftauchen einer neuen Insel in der damals noch "leeren" Kaldera berichtet, im Jahre 197 v. Chr. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die heutige Palea Kameni Insel. Es folgten mindestens 9 weitere Ausbruchsphasen: 46/47 v. Chr., 726 n. Chr., 1570-1573, 1707-1711, 1866-1870, 1925-1928, 1938-1941 und zuletzt 1950. Auf den so entstandenen und langsam gewachsenen Inseln Palea und Nea Kameni kann man heute noch die einzelnen Eruptionsphasen anhand von Farbe, Vegetation und Lagerung der einzelnen Lavaströme unterscheiden. Weitere Informationen / Links:
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