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Santorini Vulkan - wann kommt der nächste Ausbruch?

Die Insel Nea Kameni ist der Ort des letzten Vulkanausbruchs im Jahr 1950. Gesehen von Palea Kameni an einem bewölkten Tag.
Die Insel Nea Kameni ist der Ort des letzten Vulkanausbruchs im Jahr 1950. Gesehen von Palea Kameni an einem bewölkten Tag.
Momentan sieht es nicht so aus, als ob der Vulkan von Santorin bald ausbrechen könnte (Stand Februar 2012). Es gibt zwar Zeichen, dass es in der näheren Zeit (in Monaten oder Jahren) einen Ausbruch geben könnte. Man kann aber nicht mit Sicherheit voraussehen, ob und wann der Vulkan wirklich aktiv werden könnte. Aber zumindest weiß man, dass es ein potentiell tätiger Vulkan ist.

Die langfristige Vorhersage

Nach den Ausbrüchen von 197 v.Chr., 46/47 n.Chr., 726, 1570-1573, 1707-1711, 1866-1870, 1925-1928, 1939-1941, und zuletzt in 1950 könnte man eine Statistik der Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs entwickeln.

Wenn man sich diese Daten ansieht, dann haben sich in den letzten 200 Jahren 9 Ausbrüche ereignet. Einige könnten  nicht verzeichnet sein, weil es über sie keine Aufzeichnungen oder Nachweise in Form von Asche oder Lava gibt, bzw. diese Zeugen von jüngeren Eruptionsprodukten überlagert sind. Man könnte theoretisch ein Eruptionsintervall von ca. 200 Jahren erkennen.

Auf der anderen Seite kann man feststellen, dass die Intervalle zwischen den Ausbrüchen regelmäßig sind:
Zum Beispiel vergingen etwa 700 Jahre zwischen der Eruption von 46 n.Chr. bis zum größeren Ausbruch von 726 n.Chr. der ein recht großer Ausbruch gewesen sein muss. Es ist sehr wenig über diese Eruption bekannt, aber die Ägäis soll danach mit Bims bedeckt gewesen sein.

Danach folgte ein weiteres Intervall von 700 Jahren, bis die Insel Mikri Kameni im Jahr 1570 als ein kleiner Lavadom aufgebaut wurde. Dann folgten kleinere Eruptionen in kleineren Intervallen und die Ausbruchsserie, die 1866-1870 begann und über  1925-1928, 1939-1941 und bis 1950 fortlief. Inzwischen ist das Intervall schon wieder auf 62 Jahre angewachsen.

Die historischen Daten sind zu gering, um daraus schon eine zuverlässige Statistik entwickeln zu können. Gerade mal 150 Jahre an einigermaßen zuverlässigen Aufzeichnungen sind zu wenig, um daraus schließen zu können, ob und wann der Vulkan wieder ausbrechen könnte.
Es kann in Monaten, Jahren oder Jahrhunderten sein. Klar ist, dass der Vulkan in Zukunft (genau wie Methana, Milos und Nisyros) wieder ausbrechen kann.

Einer unserer Kommentatoren, der Vulkanologe der Universität von Bristol, J. Stone ist im Projekt der Überwachung des Santorin-Vulkans tätig. Er meinte, dass die Vorhersage von Vulkanausbrüchen nicht auf das „WANN“ begrenzt ist, sondern sie interessiert sich besonders für das „WIE“ und „WO“ genau die nächste Eruption und in welcher Stärke stattfinden wird.

Diese Vorhersage ist das Ziel der modernen Vulkanologie und in den letzten Jahrzehnten wurden viele Studien dazu unternommen. Inzwischen gibt es viele neuen Forschungsmethoden (Bsp. Baxter et al, 2008) , die die Bayesische Statistik, die Beobachtung von Eruptionen durch Experten und auch einen visuellen Baum umfassen, der verschiedene Ausbruchsmöglichkeiten erklärt.
Unter anderem auf diese Methoden stützen sich die Beurteilungen der Vulkanologen und ergänzen die Kommunikation über die Unsicherheit der genauen Vorhersage von Vulkanausbrüchen. Sie bieten den Planern und Entscheidungsträgern Argumente & Daten, um im Krisenfall richtig oder schnell genug reagieren zu können, um z.B. Evakuierungsmaßnahmen einleiten zu können.

Vulkanologen können noch nicht genau vorhersagen, wann genau und ob ein Vulkanausbruch stattfinden wird. Aber sie können Szenarien vorhersagen, wie ein Ausbruch verlaufen könnte. Und sie können erkennen, wenn sich z.B. unter Santorin ein zukünftiger Ausbruch anzeigt.
Inzwischen kann die Wissenschaft relativ zuverlässig anzeigen, wo potentielle Gefahren durch Vulkanausbrüche drohen.

Um ein Beispiel an Santorin zu erklären: In den letzten hunderttausenden an Jahren gab es im Bereich des Santorin-Archipels etwa 12 Plinianische Vulkanausbrüche, die jeweils in Abständen von ca. 20.000-30.000 Jahren stattfanden. Sie wurden oft von Kaldera-Einbrüchen begleitet. Danach gab es Unterbrechungen der Ausbruchsphasen und später neuere Eruptionen, die neue Schildvulkane in der Kaldera bildeten (so, wie z.B. Palea Kameni, und Nea Kameni). Langsam füllte sich die Kaldera wieder, bis neue Ausbrüche die entstandenen Schildvulkane zerstörten. Ein Rest von solch einem teilweise zerstörten Schildvulkan kann man heute in Form des Skaros-Felsen besichtigen.
Man kann wohl behaupten, dass sich Santorin in der Phase befindet, in der sich in einer langen Zeit ein Schildvulkan (Nea Kameni Insel) bildet, der der Minoischen, Plinianischen Eruption vor 3600 Jahren folgte.

Statistisch gesehen ist es unwahrscheinlich, dass die nächste Eruption die Stärke der Minoischen Eruption erreichen wird, wenn man das Zeitfenster von Jahren bis Jahrhunderten anwendet. Man kann davon ausgehen, dass der Santorin-Vulkan lange „Ruhezeiten“ von mehreren (100-)Tausend  Jahren bis zu einem nächsten großen Ausbruch hat.

Das “Worst-Case-Szenario” wäre ein Ausbruch in der Form, wie er 726 n.Chr. stattfand. Dieser vermutlich sub-plinianische Ausbruch fand innerhalb der Kaldera statt. Solch eine Tätigkeit würde große Zerstörungen auf der Insel und besonders am Rand der Kaldera erzeugen (besonders, weil dort viele Hotels gebaut wurden) und zu Evakuierungen der Insel führen. Zum Glück ist dieses Szenario für die nächsten Ausbrüche eher unwahrscheinlich.

Vermutlich wird der nächste Ausbruch wie die letzten Ausbrüche im 18 Jahrhundert und von 1950 sein. Es wird also Eruptionen geben, die kleiner und auf die Inseln Nea Kameni oder Palea Kameni begrenzt sein werden. Dabei werden vermutlich neue Lavadome aufgebaut oder Asche und Lavabomben ausgeworfen.
Um diese Vorhersagen treffen zu können, benötigt es aber eine langzeitige, genaue Überwachung aller Parameter, die mit dem Vulkan zu tun haben.

Überwachung und kurzzeitige Vorhersage

Moderne Überwachungsmethoden lassen Veränderungen an einem Vulkan auch aus großer Entfernung überwachen. Dazu gehören Hebungen und Senkungen des Geländes unter und um einen Vulkan herum, die Temperaturen und Zusammensetzungen von Gasen, die an Fumarolen und generell im Boden austreten, sowie Erdbeben und das Magnetfeld über einem Vulkan.
Aus Beobachtungen an anderen aktiven Vulkanen weiß man, dass sich solche Parameter vor einem drohenden Ausbruch meistens verändern und somit als Warnzeichen registriert werden können. Damit lässt sich ein  drohender Vulkanausbruch vielleicht auf Tage oder Jahre vorhersagen. Je dramatischer und schneller sich die Parameter verändern, desto wahrscheinlicher ist ein drohender Vulkanausbruch.

Der Santorin-Archipel ist einer der am meisten erforschten Vulkane der Erde. Es ist bedauerlich, dass im Gegensatz dazu dieses Vulkangebiet, im Vergleich zu den Vulkanen Ätna, Vesuv und Stromboli, längst nicht befriedigend lückenlos und regelmäßig überwacht wird. Eine regelmäßige, tägliche Überwachung durch lokales Personal sollte ein Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung sein, um das potentielle Risiko korrekt einschätzen zu können und um Fehlalarm ausschließen zu können.

Leider investiert der griechische Staat (im Vergleich zu seinen Rüstungsausgaben) zu wenig in Bildung und Forschung. Gerade die lückenlose, wissenschaftliche Überwachung der 4 aktiv geltenden Vulkangebiete Griechenlands (Methana, Milos, Santorin, Nisyros und Sousaki), sowie der aktiven, tektonischen Störungen sollte an erster Stelle der politischen Entscheidungen stehen. Die größte Gefahr für Griechenland ist nicht der Nachbar Türkei, sondern die Gefahren, die im Untergrund lauern. Griechenland ist durch Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche jederzeit gefährdet. Dieser „innere Feind“ sollte genauestens überwacht werden. Da Santorin das wichtigste Gebiet für den Tourismus ist, wird die Realität, dass Santorin ein aktiver Vulkan ist, gerne verdrängt. Es geht um Profit. Der Vulkan kann aber wieder tätig werden. Wie, wann und wo genau, weiß niemand genau vorherzusagen.

Potentiell aktive Vulkane Griechenlands

Alle Vulkane in Griechenland waren in geschichtlicher Zeit aktiv. In allen griechischen Vulkangebieten gibt es Zeichen, dass der Vulkanismus nicht dauerhaft erloschen ist (heiße Quellen, Gasaustritte, etc.).
  • 1700 n.Chr. submarine Eruption vor der Nordküste Methanas (nicht weit von Athen entfernt und keine aktive Überwachung durch Seismografen, etc.). Bekannt ist auch der historische Ausbruch im Nordwesten der Halbinsel um 230 v.Chr.
  • Ca. 200 n.Chr. gab es eine kleinere Eruption auf der Insel Milos. Auch dort gibt es sehr aktive Fumarolen aber keine dauerhafte Überwachung durch wissenschaftliche Geräte
  • 1950 gab es die letzte Eruption auf Nea Kameni / Santorin. Berühmt ist der Minoische Ausbruch um ca. 1627 v.Chr. der das Minoische Reich beeinflusste.
  • 1886 gab es hydrothermale Explosionen im Stefanos-Krater der Insel Nisyros. Sehr starke fumarolische Tätigkeit, 1996-1997 seismische Krise. Nisyros wird seit dem GEOWARN-Projekt intensiver erforscht.
  • Das Vulkangebiet Sousaki ist zwar sehr viel älter, als die meisten vorangegangenen Vulkane, aber es liegt in einer der erdbebengefährdetsten Regionen Griechenlands in der Nähe des Isthmus von Korinht. Eine Re-Aktivierung dieses Vulkans ist nicht ausgeschlossen. 

Zukünftige Vulkanausbrüche

2011-2012

Jetzt im Frühjahr 2012 und seit April 2011 gibt es deutliche Anzeichen, dass der Vulkan Santorin im Begriff im Erwachen ist. Die vielen Schwarmbeben, erhöhte Gas- und Wassertemperaturen, sowie Senkungen und Hebungen sind ein Zeichen dafür, aber noch kein akutes Warnsignal. Die Lage macht deutlich, dass man immer daran denken sollte, dass man auf einem potentiell aktiven Vulkan lebt. Die ältere Generation kann sich noch an den letzten Ausbruch von 1950 erinnern. Diese Zeitzeugen sterben langsam weg und mit ihnen die konkrete Erinnerung. Zeit, sich drauf vorzubereiten und die Warnungen ernst zu nehmen (z.B. bei den Bauvorschriften und bei der Erstellung von Notfallplänen).

Wie könnte der nächste Ausbruch verlaufen?

Die Vulkanologen Pyle und Elliot (2006, s. unten) studierten die Charakteristik der letzten 4  gut dokumentierten Eruptionen auf der Insel Nea Kameni  (1866-70, 1925-28, 1939-41, 1950). Es waren hauptsächlich effusive Ausbrüche mit schwacher bis mittel starker explosiver Tätigkeit. Sie produzierten eine gleichförmige, dazitische Blocklava, Lavaströme und Lavadome/Staukuppen. Man vermutet, dass diese Ausbrüche durch die gleiche, jetzt noch existierende Magma-Kammer mit Material versorgt wurden.
Man kann davon ausgehen, dass auch zukünftige Ausbrüche auf die tektonische Zone beschränkt sein werden, die von den Christiana Inseln durch Nea Kameni, Thira und den unterseeischen Koloumbus-Vulkan verläuft. Wahrscheinlich wird auch der nächste Ausbruch auf der Insel Nea Kameni erfolgen.

Pyle und Elliot schreiben, dass  "alle historischen Intrakaldera-Ausbrüche, für die es zuverlässige Überlieferungen gibt, gemeinsame Eigenschaften aufwiesen:

Die Aufwölbung von Teilen unterseeischen Bodens und Ausbruch von Magma von mindestens 2 aktiven Kratern/Schloten. Dann die Bildung von Lavadomen/Staukuppen, die auch der Ort für spätere explosive Tätigkeit waren und von wo aus auch Lava ausfloss. Es gibt kaum Anlass zu glauben, dass eine neuere Tätigkeit sich groß von den bisherigen Ausbrüchen unterscheiden würde. Darauf würde auch die Verfärbung des Meeres innerhalb der Kaldera hinweisen (Schwefel). Es ist sicher, dass sich ein drohender Vulkanausbruch durch solche Zeichen rechtzeitig ein paar Tage oder Wochen vorher ankündigen könnte“.

In deren Studie kamen sie zum Ergebnis, dass, wenn der Nachschub an Magma aus dem Erdmantel so wie bisher weitergeht, könnte man bei einer Eruption in 2012 oder 2013 davon ausgehen, dass die Tätigkeit für ca. 3 Jahre fortläuft. In dieser Zeit würde ein ca. 120-150 m hoher Lavadom oder entsprechend hoher Schlackekegel aufgebaut.

Quellen und erwähnte Referenzen:

Pyle, D.M., Elliot, J.R. (2006) "Quantitative morphology, recent evolution, and future activity of the Kameni Islands volcano, Santorini, Greece", Geosphere, v. 2 (5), pp. 253–268
P.J. Baxter , W.P. Aspinall , A. Neri , G. Zuccaro, R.J.S. Spence, R. Cioni, G. Woo (2008) "Emergency planning and mitigation at Vesuvius: A new evidence-based approach", Journal of Volcanology and Geothermal Research 178 (2008) 454–473
 

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